Erwerbstätig. Steuererklärung. Kirchenbeitrag.

Auch im Jahr 2018 werden Tausende Erwerbstätige eine Steuerrückzahlung erhalten, da sie automatisch veranlagt werden oder ihren Antrag auf Steuerrückerstattung gestellt haben. Was im Jahre 2017 seitens des Finanzamtes eingeführt wurde, wird nun erstmals Realität.

Erwerbstätig. Steuererklärung. Kirchenbeitrag.

Im Zuge der letzten Steuerreform wurde seitens der Regierung die „antragslose Arbeitnehmerveranlagung“ verabschiedet, die erstmals für das Steuerjahr 2017 zur Anwendung kam und im nun laufenden Jahr erstmals auch zu automatischen Gutschriften sowie Rücküberweisungen führen wird.

Ziel der Neuerung ist es, so das Finanzamt in seiner Begründung der „antragslosen Arbeitnehmerveranlagung“, die Steuerrückerstattungen zu erleichtern, indem Sonderausgaben automatisiert an das Finanzministerium gemeldet werden. Zu diesen Sonderausgaben zählen auch Kirchenbeiträge.

Meldung der Zahlungseingänge

Somit wurden im Zuge der Neuerung jene Glaubensgemeinschaften Österreichs, die einen Kirchenbeitrag einheben, dazu verpflichtet, alle bis 3. Jänner 2018 eingelangten Kirchenbeiträge (die somit dem Beitragsjahr 2017 zuzurechnen sind) bis spätestens Ende Februar elektronisch an das Finanzamt zu melden.

Kirche in der Pflicht 

Es ist gesetzlich vorgesehen, dass die Kirchenbeiträge ausschließlich auf Grundlage einer solchen Datenübermittlung im Bescheid berücksichtigt werden. Somit erfolgt die Meldung für alle im Jahr 2017 einbezahlten Kirchenbeiträge natürlich zeitgerecht automatisch, eine Geltendmachung in der Steuererklärung ist für Sie als Beitragszahlende*n nicht mehr erforderlich. 

Die automatische Berücksichtigung erfolgt in jedem Einkommensteuerbescheid, egal ob auf Grundlage einer Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung (L 1) oder einer Einkommensteuererklärung (E 1). Ein auf Grundlage dieser Erklärungen ergangener Bescheid ist rechtlich stets ein Einkommensteuerbescheid.

Kein Datenaustausch

Die Meldung eines bezahlten Kirchenbeitrages an das Finanzamt findet so verschlüsselt statt, dass nur das Finanzministerium die gemeldeten Kirchenbeiträge den Steuerpflichtigen zuordnen kann. Die Kirchenbeitragsstellen erhalten – wie bisher – seitens des Finanzamtes keine Informationen über das zu versteuernde Einkommen der Kirchenbeitragspflichtigen. Die erfolgte Meldung des bezahlten Kirchenbeitrags an das Finanzamt kann seitens der Kirche innerhalb von drei Monaten nochmals korrigiert werden.

Untersagung

Beitragszahlerinnen und -zahlern der Kirchen in Österreich steht es frei, auf die automatische Meldung an das Finanzamt zu verzichten. Wird eine „Untersagung“ ausgesprochen/mitgeteilt, so ist der Kirchenbeitrag nicht mehr absetzbar. Sofern ein Kirchenmitglied die automatische Meldung ablehnt, so muss dies innerhalb von vier Wochen bei der betreffenden Kirchenbeitragsstelle gemeldet werden. Erhält die Beitragsstelle keine gegenteilige Nachricht, so erfolgt die steuerliche Berücksichtigung – wie beschrieben – bei allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern automatisch.

Die Meldung muss mittels eines Formulars erfolgen, das unter folgendem Link herunter geladen werden kann.

Download Formular zur Untersagung

Nur das laufende Jahr gilt

Auch in diesem Jahr bleiben bis zu 400 Euro Kirchenbeitrag steuerlich absetzbar. Seitens der Kirche werden alle eingehende Kirchenbeiträge an das Finanzamt gemeldet. Damit werden auch Kirchenbeitragsrückstände, die im Jahr 2017 bezahlt wurden, im Rahmen der Veranlagung für das Jahr 2017 angerechnet und nicht für jenes Jahr, dem der Rückstand zuzurechnen ist. Es empfiehlt sich somit, den Kirchenbeitrag regelmäßig zu bezahlen, da eine Nachzahlung, die in Summe mehr als 400 Euro ausmacht, nicht mehr gänzlich absetzbar ist.

Familienkonten

Für Familienverbände, in denen eine Person für ein anderes Familienmitglied Kirchenbeitrag zahlt, gelten eigene Regelungen und Formulare, die auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen (siehe Link am Ende des Artikels) abrufbar sind.

Für Fragen rund um die Absetzbarkeit Ihres Beitrages sind wir natürlich gerne für Sie da.
Schreiben Sie uns.

Weitere Information zur Veranlagung finden Sie
auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen.

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